Heidi Ott – langjährige Leiterin der Kita Mauerstraße in den Ruhestand verabschiedet

„Das geht gar nicht!“, mit diesem Worten beschrieb Pfarrer Christoph Dühr seine spontane Reaktion als er vom bevorstehenden Ruhestand der langjährigen Leiterin der Kita Mauerstraße, Heidi Ott, hörte. Fast 32 Jahre währte ihr aktiver Einsatz in dieser Einrichtung. „Sie ist aus der Kita-Landschaft der evangelischen Kindertagesstätten im Werra-Meißner-Kreis nicht wegzudenken,“ so Christoph Dühr in seinem Grußwort. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Kindertagesstätten im Werra-Meißner-Kreis hatte er über viele Jahre mit Heidi Ott zusammengearbeitet. „Sie ist pragmatisch, lösungsorientiert und hat ein feines Gespür für Menschen.“ Bürgermeister Alexander Heppe lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Eschwege. In den letzten Jahren hätten sie viele Vorgaben des Landes Hessens und Rahmengesetze umgesetzt. Dabei habe Frau Ott nicht nur pädagogische und organisatorische Kompetenz gezeigt, sondern auch politisches Denken. Darauf bezog sich auch Regine Haber-Seyfarth, Vorsitzende des Verbandes Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder, als sie sagte: „Heften Sie sich den Erfolg des neuen hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzes, das vor zwei Monaten in Kraft getreten ist, an Ihr Revers!“ Darin, so erläuterte sie, seien erstmalig auch Leitungszeiten berücksichtigt worden. Für das Erreichen solcher politischen Ziele habe Heidi Ott über viele Jahre hinweg gekämpft. „Ja, Sie haben mit ihren Aktionen und Demonstrationen tatsächlich etwas erreicht. Darauf können Sie stolz sein.“, so Frau Haber-Seyfarth. In ihrem Grußwort zeichnete sie noch einmal die rasante Entwicklung auf, die seit den 90er Jahren im Bereich der Elementarpädagogik durch die Reform des Kinder- und Jugendhilfe-Gesetzes vollzogen wurde. Mit der Abkehr von einem Kontrollverständnis hin zu einem Angebots- und Leistungsgesetz waren in den folgenden Jahren zahlreiche grundlegende Änderungen verbunden: Neue pädagogische Konzepte, die Einführung von Qualitätsstandards, die Anerkennung der Kita als Bildungsort, Bildungsstandards, der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, die Sicherung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die Erarbeitung von Personalschlüsseln, gesellschaftliche, fachliche und tarifliche Anerkennung.

Bei der Verabschiedungsfeier in der Neustädter Kirche fehlten – coronabedingt – ausgerechnet die Kinder. Eigentlich hätten diese, zusammen mit der langjährigen Musikpädagogin Sabine Hofmann, ein musikalisches Ständchen bringen sollen. Stattdessen sorgte eine spontane Flötengruppe unter der Leitung von Frau Hofmann für den musikalischen Rahmen.

Das Team der Kita-Leiterinnen der evangelischen Einrichtungen in der Kreisstadt Eschwege verabschiedete ihre Kollegin mit einem Rap. Auch der Elternbeirat und Pfarrer Werner als Vorsitzender des Kita-Ausschusses der Evangelischen Stadtkirchengemeinde bedankten sich für die gute Zusammenarbeit. Für den Ruhestand gab er ihr das Bibelwort mit: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ und ein persönliches Segenswort. Beim geselligen Beisammensein im Garten der Kita Mauerstraße wartete schließlich noch das Team der Erzieherinnen mit verschiedenen Überraschungen auf. Neue Leiterin ist seit Juli Frau Natascha Groß.

Sieglinde Repp-Jost